Ferkel allein zu Haus

Ich war heute das erste mal nach der OP nicht bei Susanne – 15 Zentimeter Neuschnee (oder wie viel auch immer) mitten in Köln samt Unwetterwarnung haben mich dann doch mal abgeschreckt. Außerdem ist die Anspannung der letzten Tage gewichen und hatte einer heftigen Müdigkeit Platz gemacht, die ich heute einfach mal zugelassen habe. Ich habe also lange gepennt, mir ein ordentliches Frühstück mit Spiegeleiern gemacht und am Computer rumgedaddelt. Und ein bisschen im Bad rumgehangen habe ich auch. Eiiiiigentlich hatte ich ja auch nochmal Sport treiben wollen – endlich mal wieder – aber Winterwonderland war dann doch eine *hust* willkommene Entschuldigung, das Haus nicht zu verlassen. Ich konnte also tun und lassen, was ich wollte, ohne mich mit jemandem absprechen zu müssen.

Und? Nix und. Rumlungern macht allein nur halb so viel Spaß wie zu zweit, das Bett ist so leer und selbst das Teebeutel-Verpackung-Liegenlassen ist überhaupt nicht spannend, wenn sich niemand aufregt. Der Weihnachtsbaum leuchtet unbeachtet vor sich hin, weil ich es im Wohnzimmer gerade allein zu langweilig finde.

Ich vermisse Susanne so sehr hier. Dass es mal soweit kommen würde, hätte ich als überzeugte oder zumindest nicht unglückliche Alleinwohnerin, die ich vor einem Jahr noch war, nie gedacht.
Ich wäre gern mit ihr durch den Schnee gelaufen, hätte gern mit ihr gekocht oder mit ihr vorm Rechner gesessen. Oder halt vorm Weihnachtsbaum. Vor allem hätte ich mich gern an sie gekuschelt und Kraft getankt, allein indem ich sie berühre.

Aber ich will gar nicht jammern: Ich bin trotz allem so froh, dass sie gerade da ist, wo sie ist. Weil in Krefeld ein Traum für sie in Erfüllung gegangen ist und weil sie dort gerade heilt. Und jeder Herzschlag bringt sie näher zu sich – und zurück zu mir. Und ich bin so stolz darauf, dass ich da sein darf für sie, dass ich sie begleiten darf bei diesem Weg, der so wichtig für sie ist. Dafür bin ich gern stark, dafür raffe ich gern meine Kräfte zusammen, dafür verzichte ich gern ein paar Tage auf sie.

Außerdem fahre ich morgen Nachmittag auch wieder zur Klinik. Das ist zwar nicht zuhause, aber wir sind zusammen. Zumindest für ein paar Stunden. Und Kuscheln geht auch schon wieder. 🙂

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5 Antworten zu “Ferkel allein zu Haus

  1. Was für eine wundervolle Liebe
    Ihr gebt alle beide zu viel und seit dankbar dafür auch nehmen zu dürfen.
    Weiterhin alles Liebe und Gute für euch Zwei.

    Kate

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