Der Abend vor der Hochzeit

Von unserer Verlobung bis jetzt haben wir die Monate, Wochen, Tage und am Ende sogar die Stunden gezählt, die noch bis zum Jawort blieben. Erst im Bewusstsein, dass es noch lange hin ist, dann immer wieder von kleinen Panikanfällen beim Blick auf den Kalender geschüttelt, schließlich verwundert, dass alles fertig ist. Und dann plötzlich – hibbelig. Aufgeregt. Knatschig. Euphorisch. Gelassen. Panisch. Dummerweise – zumindest gefühlt – war die Stimmung die letzten Tage bei uns beiden immer genau gegensätzlich. Im Moment bin ich relativ ruhig (nachdem ich gestern geradezu euphorisch-aufgeregt war). Susanne ist gerade ein wenig nervös. Aber beide freuen wir uns wie blöd.

Und jetzt ist diese Zeit der Vorbereitung, der Vorfreude, des Planens, Hoffens und Bangens, des Entscheidens, Herausfindens, Anprobierens und Terminemachens, des Inunshineinhorchens, Hinterfragens und Ausvorfreudelautjubelns fast vorbei. Unsere Verlobungszeit endet in ein paar Stunden. Schade eigentlich, denn ich war sehr gern Verlobte und hatte gern eine. Aber ich will mich nicht beschweren: Eine Ehefrau zu sein und zu haben, ist bestimmt mindestens ebenso schön!

Vorhin hat eine Freundin einen Kuchen für morgen vorbeigebracht, und ich war auch noch in der Backstube. Außerdem waren mein Bruder und Trauzeuge mit seiner Freundin da und hat schon mal ein paar wichtige Dinge ins Brautauto gepackt. Und vor allem haben sie uns beruhigt: Sie wird mir morgen beim Anziehen helfen, während Susannes Trauzeugin sich um Susanne kümmert, und überhaupt geben beide uns das Gefühl, dass alles gut laufen wird. IMG_8238-ed2_800Im Moment hübschen wir uns noch ein wenig auf: Ich tippe das hier gerade mit frisch lackierten Fingernägeln und unsere trocknenden Haare sind steif und klebig vor Festiger (unser Friseur will das so, damit es morgen schneller geht). Eine Feuchtigkeitsmaske dekoriert gerade mein Gesicht, hindert mich aber zum Glück nicht am Essen: Eben haben wir uns noch eine Pizza geteilt. Wir hatten dann ja doch Hunger!

Irgendwie wirkt für mich gerade alles so normal. Oder eben auch nicht. Der Gedanke, dass ich in weniger als 14 Stunden meine Liebste heiraten werde, ist schon ein wenig unwirklich. Gleich legen wir noch die Kleidung für morgen zurecht, gehen noch einmal den Plan durch, kommen ein wenig runter und sehen dann zu, dass wir ins Bett kommen. Der Tag morgen fängt verdammt früh an – und ob wir schlafen können, wird sich noch herausstellen.

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9 Antworten zu “Der Abend vor der Hochzeit

  1. Drei – zwei – eins – DEINS! Habt morgen einen zauberhaften Tag und versucht jede Sekunde irgendwo im Langzeitgedächtnis abzulegen.

  2. Das mit’m „Kaiserwetter“ hat zwar leider nicht geklappt, aber wir freuen, feiern und amüsieren uns!
    Püh, es kann uns doch gerade egal sein, daß es zufälligerweise derzeit mal „nuschelig“ ist!
    ALLES LIEBE UND GUTE FÜR EUCH BEIDE!

    • Und nachdem ich alles „verdaut“ und mir in Ruhe die Ergebnisse meiner „Knipserei“ betrachtet habe:
      Es war wunderschön! Genaugenommen sogar kitschig schön!
      Die Brautkleider, die Frisuren, der Trausaal, die Trauung selbst, das ganze „Drum & Dran“ – es „paßte“ einfach alles so, wie Viele es sich bestimmt für sich selbst (hätten) vorstellen können 🙂

      • yepp – es war wunderschön! fanden wir auch 🙂
        bist du so lieb und schickst uns deine bilders?
        daaanke!

      • Das hab’sch doch schon beim Verabschieden gesagt, daß und wie Ihr die Fotos erhaltet 😉

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