Viel mehr als Schmuck

Was gehört zu einer ordentlichen Hochzeit? Also außer zwei Brautkleidern, einer Torte und jemandem, der Fotos von uns und unseren Gästen macht? Genau: Ringe. Und da wir die nach Möglichkeit den Rest unseres Lebens tragen wollen, sollen es nicht irgendwelche Ringe sein, sondern genau unsere. Und ja, sie sind uns sogar deutlich wichtiger als die Brautkleider. Die sollen schön, brauchen aber nicht perfekt zu sein. Wir tragen sie schließlich nur einen Tag lang. Einen wichtigen Tag lang, ja, aber es sind keine 24 Stunden.

Unsere Ringe dagegen sollen Jahrzehnte überdauern. Sie sollen individuell und besonders sein, aber alltagstauglich. Sie dürfen auffallen, uns aber nicht nach ein paar Jahren auf die Nerven gehen. Sie sollen nicht altbacken aussehen, müssen aber nicht modisch sein. Sie sollen wertig sein, uns aber nicht ruinieren. Sie brauchen nicht bedeutungsschwer sein, sollen aber eine Bedeutung für uns haben – über den Umstand hinaus, dass es unsere EHERINGE sein werden. UNSERE Eheringe. Und gefallen sollen sie uns auch noch. Ganz schön viele Ansprüche an zwei kleine Stücke Metall, die sogar gestiegen sind, je länger wir uns mit der Materie beschäftigt haben. Aber das sollte doch zu machen sein!

Also haben wir neulich mal angefangen zu gucken. Zunächst nur so halt… Susanne hatte ein wenig an einem Konfigurator im Internet rumgespielt und ich habe ihr dabei über die Schulter geschaut. Zum Glück waren wir uns ziemlich schnell einig, was wir wollten. Gelbgold ist (für uns) doof, Platin hübsch, aber zu teuer, Silber zu weich und Edelstahl steht zwar Susanne, aber mir nicht. Also Palladium, Weißgold oder Graugold. Palladium klang gut und schien auch erschwinglich. Also haben wir  die Form ausgesucht, je ein Steinchen draufgesetzt und waren schon mal sehr zufrieden mit unserer Wahl. Das Leben kann so einfach sein – und was habe ich eigentlich immer gegen Entscheidungen? „Ich könnte direkt bestellen“, meinte auch Susanne, und ihr Cursor schwebte schon über dem Button. Trotzem wollten wir dann doch unsere Wahl im realen Leben überprüfen und ein bisschen im Laden gucken. Aber eigentlich wussten wir ja schon, was wir wollten.

Dachten wir. Ungefähr genau so lange, bis die ersten Schubladen vor uns auf dem Tisch standen: die mit dem Material. Zielsicher habe ich erstmal nach dem Platinring gegriffen und mich direkt verliebt. Die Liebe starb aber angesichts des Preises sehr schnell wieder. Feiern möchten wir unsere Hochzeit schließlich auch noch… Aber neben dem mittlerweile sehr grauen Weißgold, dem noch graueren Graugold, dem normalen Gelbgold und anderen interessanten Edelmetallen gab es tatsächlich das ein oder andere Material, das wir vorher gar nicht auf der Rechnung hatten. Dass es Roségold gibt, wusste ich bis vor kurzem zum Beispiel gar nicht. Und noch viel weniger hatte ich geahnt, dass es mir a) steht und b) verdammt gut gefällt! Für Susanne dagegen ist es nicht ideal. Ihr steht tatsächlich ein graues Palladium sehr gut, mir dagegen weniger. Ein Dilemma, das wir ungern mit Platin (siehe oben) lösen wollten… Was also tun? Der Ausweg: bicolor. Noch sowas, was wir zunächst überhaupt nicht in Erwägung gezogen hatten.

Weiter gings mit der Form – nicht zu fassen, was es da an Möglichkeiten gibt! Rund (also im Querschnitt), elipsenförmig, gerade, eckig, weniger eckig, halbeckig… Wir mögen gerade. Einfacher war die Ringgröße. Da gibt es nicht viel zu entscheiden, sondern nur auszumessen – wir haben übrigens dieselbe.

Zwischendurch hatte ich den Eindruck, dass mir gleich die Schädeldecke wegplatzt. Tausende von Möglichkeiten… Außerdem reichte das Budget, das wir vorher festgelegt hatten, inzwischen zwar noch für einen Ring, aber nicht mehr für beide. Und wer hatte eigentlich vorhin noch behauptet, dass wir WISSEN, was für einen Ring wir wollen? Immerhin gibt es für uns nicht zu wenig Optionen, sondern eher zu viele. Zur Beruhigung steckte ich wahllos Ringe an, die da rumlagen, und wir gingen zu Geschichten aus unserem Leben über, hörten uns spannende Diättipps an und lachten viel.

Irgendwann sind wir wieder heimgegangen – etwas weniger unwissend als zuvor, aber nicht unbedingt weniger ratlos. Das, was wir gelernt haben, haben wir dann im Konfigurator angewendet. Und so langsam nahmen unsere Ringe Gestalt an. Mit einem Entwurf, den wir beide mochten, sind wir dann am Mittwochnachmittag – ich hatte Urlaub – noch einmal in die City getapert. Zur Firma Wirtz, die mit „unserem“ Konfigurator arbeitet. Was ich nicht erwartet hatte: Wir fühlten uns gleich NOCH wohler als im ersten Laden, und wir haben sogar Schokolade bekommen. 🙂

Die nette Goldschmiedin Rita Niesen, die sich um uns kümmerte, freute sich über unsere Ideen, bestärkte uns in unseren Vorstellungen, klopfte die einzelnen Komponenten noch einmal auf Stimmigkeit und Alltagstauglichkeit ab, bestätigte unseren Eindruck, dass Roségold MEIN Material ist und schlug uns eine geringfügig andere Form vor, die deutlich besser tragbar als unsere erste Wahl ist. Die Breite des Rings, die wir mehr oder weniger zufällig gewählt hatten, stellte sich als perfekt heraus – unglaublich, was ein halber Millimeter ausmachen kann. Auch die Position und die Größe des Schmucksteins sprachen wir gemeinsam mit ihr durch.

Das Ergebnis: Die Ringe sind relativ schnörkel- und fugenlos, matt, aus unterschiedlichem Material, aber mit demselben Design. Beide haben einen Stein. Außerdem enthält jeder der Ringe das Material des anderen in einem schmalen eingelassenen Streifen. Für uns ist das nicht nur ein Designelement, sondern die Verbindung zwischen uns. Eine Ergänzung: anders, aber doch gleich. Eine Umarmung per Ring; ein Mit-sich-Tragen der jeweils anderen.

Außerdem schaffte Frau Niesen es, dass wir uns befreit auf die Ringe freuen. Ich habe ein wunderbares Gefühl, wenn ich die Entwürfe sehe, und habe keine Angst, einen Fehler zu begehen, wenn wir sie bestellen. Für mich ist das gerade bei einer solchen Entscheidung ein kostbares, ungewohntes Gefühl. Susanne geht es genauso. Nicht nur, was das Design betrifft: Auch bei der Größe sind wir sehr beruhigt. Wir bekommen vor der endgültigen Anfertigung ein Silbermodell, das wir ein paar Tage lang testen können, und günstiger als beim ersten Anlauf ist die Sache sogar auch noch. Bestellt haben wir sie zwar noch nicht, aber diese Art und diese Form wird’s werden. Wir müssen uns nur noch entscheiden, wie breit genau der eingelassene Streifen wird. Aber das ist, wie Susanne so schön sagt, Jammern auf hohem Niveau.

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11 Antworten zu “Viel mehr als Schmuck

  1. Hallo Ihr beiden,
    Die gefallen mir auch sehr gut!
    Petra und Ich wir haben Welche aus Palladium, ellipsenförmig, halb matt und gerade, die andere Hälfte glänzend und gewölbt, sowie mit drei kleinen Brillanten drin.

  2. Die Ringe ergänzen sich wie Yin und Yang, nur daß sie rund sind 😉
    Ein perfektes Zusammenspiel – einfach schön 🙂

  3. Ich bin normalerweise kein Fan von Eheringen (also die Bedeutung finde ich toll, nur die Formen .. naja).
    Aber eure Ringe finde ich wirklich schick – nicht zu „pompös“, sondern eigentlich recht schlicht und trotzdem wunderschön ..
    Eine tolle Wahl!

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