Kleider machen Bräute

„Das Wichtigste sind Location, Temin und Kleid!“, rief uns die nette Hochzeitssängerin hinterher, als wir heute das Gürzenich in Köln verlassen haben. Schon klar – immerhin den Termin haben wir schon. Quasi. Also fast. Jedenfalls haben wir uns einen überlegt – Frühling soll’s ja werden, wie wir schonmal verkündet haben. Und das mit den Kleidern und der Location ist in der Mache. Also fast. Und so.

Damit angehende Brautleute mal einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten des Kleidens, Flitterns, Dekorierens, Beschenkens, Wünschens, Transportierens, Segnenlassens, Reinigenlassens, Drunterziehens, Schminkens, Haaresteckens, Tortebackens, Einladungskartenaussuchens, Tischdeckens, Schmückens und Geldausgebens allgemein bekommen, hat die liebe Hochzeitsindustrie die Hochzeitsmesse erfunden. Und damit meine ich jetzt nicht die in der Kirche mit dem Pfarrer und dem Weihrauchduft, sondern die Messe im Sinne von Schau. Ideal für zwei Mädels, die wiggelig sind und nicht wissen, wo sie anfangen sollen: uns.

Die Halle war gestopft voll mit Ständen aller Art – die Ringe haben wir erstmal links liegen gelassen, dafür brauchen wir mehr Zeit. Hopplahopp würde uns nur noch mehr verwirren (dazu an anderer Stelle mehr). Und die Tischdeko – vielleicht sollte man das Pferd nicht von hinten aufzäumen. Dafür ist auch später noch Zeit. Aber die Kleider… Ich meine, wann hat man schon mal die Gelegenheit, ein BRAUTkleid anzuziehen? Genau, einmal im Leben. Daher will die Entscheidung wohldurchdacht sein. Also stürzten wir uns kreischend direkt auf die Träume in weiß und schleppten Tüllberge in die Umkleidekabine – nur im Geiste. Stattdessen zogen wir brav die Handschuhe an, die man uns reichte, und blätterten durch die prachtvollen Roben. So viele schöne Kleider! So tolle Stoffe, so prächtige Schnitte, so funkelnde Verzierungen! Und wir dürfen in einem halben Jahr auch mal!

Um die Gier nicht überhand nehmen zu lassen, ließen wir uns erst einmal von der Modenschau berieseln. Die Kleider – Abend-, aber auch Brautkleider – waren teils hübsch, teils – nun ja, sagen wir eigenwillig – und manche waren ein Traum. Eigenwillig war auch die Moderatorin, die sich erst verhaspelte, dann den Faden verlor und am Ende gar nicht mehr auf die Bühne kam. Aber wegen der Moderatorin waren wir schließlich auch nicht da.

Wo waren wir vor der Modenschau stehen geblieben? Ach ja, bei den Kleidern. Frisch informiert trabten wir nochmal zu den einschlägigen Ecken und Nebenräumen mit den Stoffmassen in Weiß, Champagner und Elfenbein und probierten rum. Ich habe heute das allererste Mal in meinem Leben ein Brautkleid angehabt – das Gefühl ist großartig! Auch das Kleid, das ich probiert habe, gefiel mir schon mal sehr gut. So weit, es direkt zu kaufen, wollte ich aber doch noch nicht gehen. Trotz der 20 Prozent Messerabatt. Auch Susanne fand am Stand nebenan zwei Kleider, die sie mal anprobieren wollte. Und ganz ehrlich: Ich weiß ja, dass ich sie zur Frau will und sie mich. Aber wenn es vor drei Wochen noch nicht geschehen wäre, hätte ich sie heute auf der Stelle um ihre Hand gebeten! Sie sah soooo wunderschön und auf brautige Art sexy aus. Meine Braut!

Ach, ist das alles spannend, toll und aufregend! So richtig beruhigend ist es jedoch nicht, dass jeder Zweite bei Nennung unseres angepeilten Hochzeitsdatums eine sorgenvolle Miene aufsetzt und uns zur Eile mahnt… Und nein, ich will keine ähnlich gelagerten Kommentare! Ist doch noch ein gutes halbes Jahr! Immerhin könnten wir quasi sofort unser bevorzugtes Hochzeitsvehikel buchen. Und auch wenn es Euch wundert: Es ist NICHT rosa.

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5 Antworten zu “Kleider machen Bräute

  1. Oh mann. Ich weiss noch wie ich völlig aufgedreht über eine hiesige Hochzeitsmesse getobt bin…damals…. Und es war toll!Geniesst diese tolle aber auch stressige Zeit. …immer diese Entscheidungen…. Wir vier wünschen euch viel Spass und Glück und und und…..wir freuen uns für euch. Liebe Grüsse nach Köln.

  2. Ebenm genießt die Vorbereitungen .. die gehören mit dazu!
    Stressig wird’s irgendwann eh .. egal, wie lange und wie gut man vorher geplant hat.
    Stürzt euch in’s Getrubel und habt Spaß .. und lasst euch nix sagen, bis wann ihr was getan haben müsst 😉

  3. Ich schließe mich meinen „Vorschreiber(inne)n“ an:
    Laßt Euch bloß nicht verrückt machen: „In der Ruhe liegt die Kraft“ 😉 Ihr wißt doch eh‘, was generell gilt:
    „Je genauer mensch plant, desto schlimmer trifft ihn der Zufall“ und
    „Erstens kommt es anders, zweitens als mensch denkt.“

    Also pfeift auf „Murphys Gesetze“, genießt die Vorfreude und stürzt Euch ins Getümmel der Vorbereitungen!
    Ich denke, jede/r Eurer Leser(innen) freut sich mit Euch und ist gespannt drauf, was bei Euch weiter passiert *herzlich lächel*

  4. Die Suche nach einem „gewöhnlichen“ aber einzigartigen Abendkleid, Cocktailkleid oder auch Abiballkleid ist schon aufregend genug, mit nichts vergleichbar ist jedoch die Suche nach dem schönsten Brautkleid der Welt – viel Spaß und Erfolg dabei!

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