(H)eilig

Das ist der Blick aus meinem Fenster:

Und was sehen wir da?
Der Weg unten führt – quasi rechts aus dem Bild raus – zum Haupteingang des Maria-Hilf-Krankenhauses. Links unten (wo das kleine Hinweisschild steht) ist der Eingang zur Urologischen Ambulanz. Das ist der Ort, wo die „vaginalen Einstellungen“ stattfinden. Ist das nicht ein geiler Begriff??? So nennen die hier die alle-zwei-Tage-stattfindenden Routineuntersuchungen, die wir über uns ergehen lassen müssen. Ihr wisst schon: Gynstuhl, Beine breit, Spekulum rein und AAA sagen. A, wie „Autsch“.

Und rechts an dieses Bild anschliessend (also da, wo es eigentlich weiter zum Haupteingang geht), ist dieses Bild:

Und was sehen wir da? Richtig. Kirchenfenster. Und was war gestern? Richtig – Sonntag. Und obwohl ich seit fast 20 Jahren nicht mehr der Kirche angehöre, habe ich quasi am sonntäglichen Gottesdienst teilgenommen. Kirchenorgeln dröhnen ganz schön durchs Gemäuer. Gut, dass das nur Sonntags stattfindet! Ich hätte mir übrigens auch noch das passende Bild dazu auf dem Fernseher ansehen können – „Patienten-TV“ nennt sich das. Die übertragen tatsächlich Bild und Ton aus der Kapelle für alle, die nicht aus eigener Kraft der Segnung beiwohnen können. Ich habe darauf verzichtet. Trotzdem fühle ich mich unheimlich heilig. Immerhin hab ich den deutsch-kirchlichen „Gesang“ überstanden. Boah, wieso singen die immer zwei Töne später als die Musik? Wieso können die nicht mit Leidenschaft und Schmackes dem Tempo und Rhythmus folgen und so ihr „Halleluja“ zu einem freudigen Erlebnis machen? Kirchengemeinden in amerikanischen Spielfilmen können das doch auch! *gnaaaaaa*

Egal, ich habs überlebt. Und Das Katheterziehen auch. Das war nämlich auch gestern. Am Sonntag! War merkwürdig so durch die Gänge nach unten zu schlurfen – alles wie ausgestorben. Und es war auch nur ein Arzt da, der Herr Baase. Das erste Mal, dass ich näher mit ihm zu tun hatte. Ist auch ein echt Netter und war sehr behutsam. Ich kanns nur immer wieder sagen: Das ist ein wirklich tolles Team hier. Und ich war in extrem guten Händen. Also wenn ihr überlegt, euch den Schwanz abschneiden lassen zu wollen, dann tut es hier!

(Ich weiss, das war sachlich und politisch nicht korrekt, aber wer will schon immer korrekt sein?!?)

Jedenfalls sieht alles hübsch aus und so wie es sein soll. Und wenn nachher (ich muss gleich nochmal runter zur abschliessenden Untersuchung) nix Auffälliges auffällt, dann darf ich heute nach Hause. Juhuu!!! Ich freu mich schon. Es waren diesmal dann zwar nur viereinhalb Tage (inkl. Eincheck-Tag), aber ich möcht doch gern wieder nach Hause zu meiner Liebsten. So ein Krankenhaus ist einfach kein besonders angenehmer Ort, selbst wenn Ärzte und Schwestern alle so toll sind.

Also drückt die Daumen!

Bis später…

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12 Antworten zu “(H)eilig

  1. Auch Daumendrückt…

    Wie sieht es eigentlich an mit Deiner Zimmergenossin aus? Immer noch unterhaltsam?

  2. Hallöchen

    Ich hatte vor einen Monat hir die 2. Sitzung GA-OP
    sieht alles gut aus, jetzt mag ich dir nur einen kleine Tip geben!

    Ziehe wenn es möglich ist für die nächsten 14 Tage noch eine Miederhose an, hatte ich nicht gemacht, und die naht am Venushügel hat sich dirch die Haut geschnitten, ging somit auf, und mußte von innen nach außen heilen! Somit eine längere Heilungsphase!
    Ist aber auch noch schön geworden und muß dir voll recht geben, das ist in Krefeld ein echt super team.

    LG Svenja

  3. Wie jetzt heilig? Muss man jetzt einen Alltar errichten für die heilige Susanne…na das wird ein Spass. Ich muss gleich mal Bildchen basteln *g* Meine Daumen sind auch schon (zer)gedrückt…

  4. Wenn du’s nächste mal AAA sagst, sag’s lauter, damit die in der Kirche auch mal den richtigen Ton treffen 😉

    auch-daumen-drücken-tut

    Siouxi

  5. naja, was erwartest Du, es sind zuviele Singende die gleichzeitig einstimmen müssen aber unterschiedlich entfernt der Tonquelle sitzen, das bewirkt immer eine akustische Verzögerung die verzögerten Stimmeinsatz zur Folge hat. Deswegen haben auch professionelle Sänger und Chöre Dirigenten damit alle zur gleichen Zeit beginnen können *logisch gedacht und aus dem Erfahrungsschatzkästlein geplaudert* (in Spielfilmen wird dann auch noch getrickst wenns nich ganz funktioniert hatte)
    Gottesdienste sind immer leidenschaftslos, man soll schließlich nicht feiern sondern Gott fürchten jawohl. Nur halt nich in Ami-Land, da hat man ganz andere Dinge zu fürchten…

    genug gesachlicht, schwer nun passende Worte zu finden. Ich denke der Titel „heilig“ trifft es am besten was Du durchstehen mußtest um nun anzukommen. Nehmen wir an ich wär gottesgläubig, ich würde sagen „nun wandelst Du nach all dem Klagen und Leide endlich als vollständiges Geschöpf Gottes auf Erden, er kann stolz auf Dich sein“.

  6. Tzä, dann kommste also zum Weltfrauentag nach Hause. Wenn DAS kein Zeichen ist.. 😉

    Ich freu mich mit Dir, dass die zweite Runde so schnell und unkompliziert verlaufen ist!

  7. also wir haben gedrückt und drücken noch weiter…..
    ganz liebe Grüße von zwei fiebrigen Betthütern

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