Check-in, die Zweite.

Heute morgen bin ich um halb Acht mit meiner Liebsten aufgestanden, wir haben zusammen gefrühstückt (was wir sonst nur selten tun, weil ich es meistens nicht so früh aus den Federn schaffe), nochmal ausgiebig geknutscht und dann ist sie zur Arbeit gefahren. Ich hab dann meinen Kram gepackt und mich auf den Weg nach Krefeld gemacht.

Ja, allein! Mutig, gell?
War anders geplant, aber Judith muss halt arbeiten. Was solls, ich bin ja schon gross. Und ich kenn den Laden schon – und die kennen mich. War nett, von überall her, „Hallo Frau Klein“ zu hören.

Die Routine war dann auch die gleiche: Anmeldung, Station, Zimmer, Auspacken, Anästhesie, Einwilligung unterschreiben, EKG, Ultraschall, Becher vollmachen – halt, da war was Neues! Ich durfte nicht einfach so in den Becher pinkeln, sondern musste auf nen elektrischen Stuhl mit nem Trichter untendran und musste DA reinpinkeln. Den Becher sollte ich nur kurz in den Strahl halten, damit nur „ein paar Tröpfchen“ (O-Ton Edgar) drin sind – der grösste Teil sollte in den Trichter. Komische Sache das. Und das Teil spuckte nen Messstreifen aus, den ich mir natürlich hinterher angesehen hab.

Ich hab Ayers Rock gepinkelt!!

Und das ist nicht gut. Denn eigentlich sollte ich eher sowas pinkeln:

Aber meine Kurve sieht eben eher aus wie der Australische Felsen. Das bedeutet, dass am Anfang nicht genug Druck da ist und sich somit alles „etwas verzögert“ (O-Ton Frau Dr. Tabatabaei). Daher „sprüht“ es auch so. Aha.

Das wird dann morgen korrigiert. Unter anderem. Und der „Scheidensteg“ ist zu hoch. Der wird eingeschnitten und somit weiter nach unten versetzt, weil man im Moment nicht „geradlinig“ reinkommt.

„Also, wenn’se reinkommen, jehen’se direkt reschts und dann jleich no oben – denn sehen’se’t schon.“

Oder so. Oder besser: so eben nicht. Egal – jedenfalls wird das korrigiert. Und dann wird noch ein Hut gebaut. Über der Klit (juhuuu!) aus dem „umliegenden Fettgewebe“. Na danke! Sehr charmant.

Soweit zum Offiziellen Teil.
Eben war noch Visite und Frau Dr. Tabatabatammtamm teilte mir noch mit, dass ich morgen gegen 8:30 Uhr dran sei. Also wieder früh aufstehen. *grummel*

Seit ner guten Stunde lieg ich jetzt hier in meinem Bett (Zimmer 11, Station M9 *wink*) und gewöhne mich wieder ein. Einfach ist das nicht! Und das liegt nicht an den Schwestern oder dem neuen Zimmer oder daran, dass einige Azubis hier offensichtlich neu sind – nein, es liegt an meiner Zimmergenossin. Ilona heisst sie und ist keine Transe. Ilona redet. Ständig. Mit ihren Kindern, ihrer Schwester, einer Frau Karsten (oder so) und noch mit anderen. Sie erzählt, was sie getan und gegessen hat, wer wann was gesagt hat und so weiter und so fort. Und dann lacht sie plötzlich kurz auf und quatscht weiter. Nur um kurze Zeit später plötzlich in Tränen auszubrechen, sich in einen kurzen aber heftigen Heulkrampf zu steigern und dann wieder weiter zu reden. Sie redet und redet und teilt einfach alles mit. Das Problem ist nur: Von den Leuten, mit denen sie redet, ist keiner da!

Im Ernst: Sie spricht mit sich selbst. Und das ist echt irritierend. Mehr als einmal dachte ich, sie meint mich. Und einmal meinte sie wirklich mich – aber das hab ich dann garnicht mitgekriegt. Plötzlich beschimpfte sie mich, weil ich ihr nicht helfe! Du lieber Himmel.

Irgendwie hab ich den Eindruck, dass ich vielleicht auf der Herfahrt falsch abgebogen und aus Versehen in der Geschlossenen gelandet bin. HILFE – holt mich hier raus!!!!!

Jetzt hat sie ein Beruhigungsmittel bekommen. Und ich fürchte, ich brauch‘ auch eins. oder nen guten Rechtsanwalt…

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7 Antworten zu “Check-in, die Zweite.

  1. omg … ich vermute, ich würde binnen allerkürzester zeit ein klitzekleines bisschen amok laufen 😉 stopf dir ein bisschen musik in die ohren und halt selbige steif 😉

    fühl dich gedrückt!

  2. oooooooooookay…. ich hoffe sie geben dir morgen genug gute mittel, damit du die entweder nicht mitkriegst oder zumindest ne zeit lang lustig auf ihrer welle mitschwimmst 😉

  3. Oh Mensch, da kann ich dir nur gute Nerven und Durchhaltevermögen wünschen!
    Ich kenne so „tolle“ Zimmernachbarinnen auch…heftig!

    Ich wünsche dir noch eine gute Nacht und drücke morgen die Daumen!

  4. Süße du machst das morgen und deine Zimmergenossin geht hoffentlich morgen heim .. 🙂

    Ich hoffe bei mir klappt das mit dem Einzelzimmer am Montag .. darf nämlich auch wieder unters Messer dabei hatte ich gar nicht zwei Ops geplant *grübel

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