1 Monat nach der OP

Das Wichtigste vorneweg: Mir geht’s gut.

Es folgt eine kurze Bestandsaufnahme:
Es bleibt beschwerlich. Meine Muschi tut weh, d.h. es ist eine Mischung aus Wundschmerz, Druck von innen, Spannungsgefühl an den Nähten und Überempfindlichkeit an der Klitoris und den Nähten. Manchmal kommt ein Brennen dazu und hin und wieder (selten) ein Stechen, wie von einem elektrischen Schlag. Letzteres sei angeblich ein gutes Zeichen, weil das die Nerven seien, die sich neu orientieren und somit ein Hinweis, dass alles so funktioniert, wie es soll. Super-Nerven, olé-olé!

Apropos funktionieren:
Pinkeln geht. Und alles andere auch. Es ist zwar manchmal schwierig zu unterscheiden, ob das Brennen nun einfach ein Brennen ist oder ob ich aufs Klo muss, aber bisher hab ichs gut im Griff. Ich muss nur öfter als früher. Leider auch nachts. Das nervt, weil ich sowieso verhältnismässig schlecht schlafe. Ist halt nicht so leicht, weil ich gerne auf der Seite schlafe. Dummerweise erhöht aber der Druck meiner aufeinanderliegenden Beine die Spannung auf das Wundgebiet und das tut halt weh. Auf dem Rücken liegen ist aber auch beschwerlich, weil ich da unwillkürlich verkrampfe und auf dem Bauch geht garnicht. Also doch Seitenlage. Ich habs mit nem dicken Kissen probiert, das ich mir zwischen die Beine gelegt hab, aber das strampel ich wohl in der Nacht immer irgendwohin, wo es nicht sein soll. Unter anderem auch nach oben, wo es dann in meinen Schritt gedrückt hat. Nicht gut. Es bleibt also schwierig, aber es wird besser. Immerhin hab ich in den letzten fünf Nächten dreimal gut und (fast) durch geschlafen. Tendenz steigend.

Schwierig ist auch das Sitzen. Am Küchentisch (zum Frühstück z.B.) kann ich auf den harten Holzstühlen nur mit meinem Sitzring sitzen. Die Couch hat sich als nicht sehr bequem herausgestellt – jedenfalls halte ich es nicht besonders lange drauf aus. Erfreulicherweise klappt das Sitzen auf meinem Schreibtischstuhl recht gut. Jetzt gerade sitz ich auch drauf. Generell muss ich mich allerdings regelmässig daran erinnern, dass ich locker lasse und nicht verkrampfe. Sonst neige ich dazu, eine total verspannte Haltung einzunehmen, weil ich wohl unbewusst versuche, den Druck und die Spannung zu mindern (was natürlich nicht geht). So hab ich inzwischen tierischen Muskelkater im Po, den inneren Oberschenkeln und im unteren Rücken, was die Sache nicht gerade angenehmer macht.

Wenn ich aufstehe, komm ich mir vor wie ne alte Frau. Ok, ich bin nicht mehr die Jüngste, aber sooooo alt bin ich nu auch wieder nicht! Ich brauch immer erstmal ein paar Sekunden bis ich wieder aufrecht stehen kann. Und das Laufen ist auch nicht einfach. Böse Zungen behaupten, ich würde watscheln wie ne Ente. Das ist natürlich eine infame Verleumdung! Ich schwebe grazil und damenhaft elegant über den Boden. Jawohl! Und wehe, jemand lacht!!

Ist also alles beschwerlich – nach wie vor. Sitzen, Liegen und Laufen geht alles nur bedingt und mühsam. Aber es wird besser. Die Tendenz ist eindeutig positiv und ich will auch garnicht jammern – auch wenn das jetzt so geklungen haben mag. Nein ehrlich, ich beschwer‘ mich nicht!
Einmal am Tag krieg‘ ich so nen leichten Frust-Anfall und manchmal – wenn ich gerade sehr erschöpft bin – verliere ich ein wenig den Mut, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden und freue mich über meine Fortschritte. Und wenn ich mich nackt im Spiegel sehe, ist das das Schönste überhaupt. Zum erstenmal in meinem Leben kann ich mich komplett anschauen und mag alles, was ich sehe. Da ist nichts, was ich nicht sehen möchte und mir wünschte, es wäre weg. Es IST weg. Für immer. Und ich kann ohne Einschränkung sagen: Ich mag meinen Körper. Das ist ein wunderbares Gefühl!

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12 Antworten zu “1 Monat nach der OP

  1. Ich hab nicht gelacht, ich hab nicht gelacht, ich hab nicht gelacht…. *aufdielippenbeiß*

    Und das mit dem Verkrampfen hat bestimmt auch was gutes. Wenn alles verheilt ist, hast Du den strammsten Po von allen. Manchmal muss man sich solche Sachen einfach schön reden 😉

    Was man auf jeden Fall nicht schön reden muss ist Deine Pussy, die sieht super aus und das auch schon vor der Schönheits OP.

    Du machst das alles super, ich ziehe meinen Hut vor Dir :-*

  2. Weiterhin viel Erfolg und … naja, was man halt so wünscht.

    Ach was, ich schreibe einen Mist – solche allgemeinen Genesungswünsche passen bei dir einfach nicht, da du keinen Schnupfen und keine Schnittverletzung vom Hornhaut raspeln hast 🙂 ..

    Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und habe großen Respekt vor deinen Entscheidungen, niedergeschriebenen Erlebnissen und natürlich diesem OP Tagebuch .. sicher nehmen dir meine Worte keinen Schmerz ab und ich will auch keine Komplimente streuen (obwohl Frauen das ja mögen), ich möchte dir einfach nur sagen, dass du ein klasse Weib bist!!!

    Liebe Grüße von

    Antonia

  3. hihi … ich kann mir vorstellen, dass diese Einschränkungen dich langsam nerven. Es würde mir mit Sicherheit nicht anders ergehen – ABER ich hab auch spontan gedacht, du bekommst jetzt bestimmt stramme Oberschenkel und einen mega-knackigen Po! Dann kannst du dir im Anschluss die Muckibude sparen 🙂

  4. Ich könnte jeden einzelnen Satz unterschreiben, mir gings genauso – das Gute ist, von Woche zu Woche gehts besser – go on girl 😉

  5. die Idee mit dem strammen Arsch und Oberschenkeln hatte ich spontan auch 😉

    und .. 4 Wochen sind nach so einer OP ja noch keine Zeit .. aber ich kanns gut nachfühlen, bin auch immer ungeduldig 😉

  6. Ach ja Süsse…ab und an ist jammern ein bisschen erlaubt…auch wenn du es natürlich gar nicht machst.
    Poppes tut weh und Oberschenkel auch vor lauter Anspannen…….sei froh, dass erspart dir mühseeliges Fitnessbehampel und Cellulite.
    Einen dicken Schmatzer an dich und deine Süsse von uns zweien

    Birgit und Andreas

  7. Liebe Susanne,

    ich habe mich erst jetzt in Deinen Blog eingelesen – das Seitenschläferproblem konnte ich mit einer 1,70m langen, ca 40 cm durchmessenden Rolle, dem „Seitenschläferkissen“ lösen. Durch die Länge verrutscht es auch nicht so schnell – es dauert ein paar Tage, bis sich der Körper an diese neue Möglichkeit gewöhnt hat – aber es funzt! Knuddelfaktor 1…!

    Was die Fixierung des Platzhalters angeht, war ich bei einer netten Bekannten in Hamburg und habe mir einen Schrittgürtel aus Latex nähen lassen – aber dieses Biest wollte trotzdem immer wieder abhauen – ich nahm dann den Dildo meines Vertauens…der hielt besser.

  8. liebe susanne,

    den tipp mit dem kissen kann ich nur wärmstens bestätigen. ich kenne die probleme mit dem „kann nicht gscheit auf der seite schlafen und die aufeinanderliegenden knie drücken so sehr“ aus der zeit nach der geburt meines kindes.

    diese langen seitenschläferkissen werden auch als stillkissen im netz angeboten. sie sind mit leichten, sandfeinen mikroperlen gefüllt, passen sich wunderbar an und können in viele beliebige positionen gewurschtelt werden. ich verwende meines heute noch sehr gerne.

    gute heilung und herzliche grüße
    liza

  9. Auch wenn ich trotz deines Verbots lachen musste … Ich freu mich für Dich, dass alles jetzt so gut ist und die paar Restbeschwerden werden auch schnell vergehen. Beim Amphi wirst drüber lachen …

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