Gefühle

Heute war meine Mutter hier. Sie wollte eigentlich mit dem Zug von Bamberg nach Krefeld kommen, aber die Bahn hatte tierisch Verspätung, sodass sie den Anschluss in Köln nicht erwischt hat und Judith sie kurzerhand mitbrachte.

Sie schenkte mir Blumen und ein Armband, wollte den Verband sehen und genau wissen, wie es mir geht. Sie freute sich mit mir, wünschte mir, dass es „von jetzt an mit jedem Tag besser würde“ und nannte mich zum Abschied „Tochter“. Wir haben uns beide lange angesehen und hatten beide nen Kloss im Hals. Auch wenn ihr hin und wieder noch mein alter Name rausrutscht – ich weiss, dass sie mich angenommen hat und sich bemüht. Das tut gut.

Ich verlange auch nicht mehr. Ich denke, diese Operation – oder überhaupt die Tatsache, dass ich transsexuell bin – ist etwas, das eine Mutter nicht vollständig verstehen kann. Muss der Hammer sein für sie. Und sie hält sich wacker. Ich weiss auch, dass sie hier mitliest – wenn auch nicht regelmässig – und auch das jetzt lesen wird, wenn sie wieder zuhause ist – danke Mama.

Und nochwas (weil mir grad so warm ums Herz ist):
Judith und ich schreiben heute seit genau einem Monat an diesem Blog. 33 Beiträge haben wir seither verfasst und ihr habt diese fast 14.000 mal aufgerufen!!! In 247 Kommentaren und unzähligen persönlichen Nachrichten habt ihr uns eure Gedanken, euer Mitfiebern und eure guten Wünsche geschickt.

DANKE!

Mehr als einmal hab ich beim Lesen eurer Kommentare und Mails geweint – es ist so wunderbar zu wissen, dass ihr dabei seid.

Danke.

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14 Antworten zu “Gefühle

  1. hach Hase is das schön *schnief*… ja und mit der deutschen Bahn hab ich heute auch viel Spaß gehabt. Kam immerhin etwas püntklicher als gedacht aber behämmert is dieses Chaos doch, denn in anderen Ländern klappt das bei Schneetreiben auch alles wie es soll. Tzzz. Wär gern zu Dir mal „reingeschneit“ aber die Tage werden noch stressiger und ich immer mehr auf Achse deswegen. Schon allein am Wochenende, da muß ich nach Luxemburg und sowas von keinen Nerv drauf, sei froh daß Du im Krankenhaus bist, im schönen warmen welchen, gehegt gepflegt und betüddelt wirst. Denn es wird schon besser werden…

  2. Menno, ich bin doch heut eh schon so gefühlsduselig, allein von mir aus schon.
    Und nun Du auch.
    Ich tränenschniefe mal ein Ründchen mit – was Du da so erlebst, bewegt und berührt mich immer wieder ganz gewaltig.
    Danke dafür.
    Ich finde es ganz groß.
    Du bist eine tolle Frau.

  3. Hach, mayara beschreibt es so treffend!

    Danke für’s teilhaben lassen 🙂 Und einen Gruß an die Mama, sie haben da ein wirklich super tolles Kind, egal welches Geschlecht, in die Welt gesetzt.

  4. Guten Abend liebe Susanne
    ich habe gerade Andreas 5 Artikel vorgelesen. Er sitzt neben mir am PC und nimmt genau wie ich Anteil an jedem deiner Einträge.
    Natürlich auch an jedem von deinem zauberhaften süssen Ferkelchen 🙂
    Andreas hat gerade so ganz spontan gesagt “ für mich war Susanne schon immer Susanne, egal ob mit oder ohne “
    Wir denken ganz viel an dich und ich wünschte gerade ganz viel Zeit zu haben um dich zu besuchen. So schade, dass es gerade ganz anders bei uns ausschaut.
    Fühl dich aus der Ferne ganz arg doll umarmt und von uns beiden gebusselt.
    Gib deine Ferkelchen einen Knutscher von uns ab und bis ganz bald
    Birgit und Andreas

  5. SO ne Mutter wünsch ich jeder/m !
    Klasse !
    Kein Wunder, daß Du so tough bist 😉

    Hoffentlich war ihre Rückreise nicht mehr so umständlich/beschwerlich…

  6. achje, wie lieb 🙂
    euch beiden gebührt ein Danke – dafür, dass ihr uns alle teilhaben lasst an einem kleinen Teil eures Lebens. Danke, dass ihr schreibt und dass wir mitlesen dürfen =)

  7. Mich hat es auch enorm gestärkt, dass soviele Menschen im Blog mitlesen und mitfühlen, das tut mega gut. Wir haben beide viel Glück, so gut wie Deine Mutter ihre Tochter angenommen hat, so gut hat das auch mein Vater getan. Für Eltern ist es am schwierigsten, den alten Namen loszulassen, auch bei meinem Vater rutscht ein „er“ öfters mal raus wenn er von der Vergangenheit spricht. Aber auch er hat mich voll angenommen, das ist spürbar und das allein zählt. Ich wünsch Dir weiterhin soviel Glück und Rückhalt 🙂

  8. You´ll never walk alone 🙂

    Alles ist gut und es wird noch immer besser.
    Grüße an Euch.
    Und an Mama Susanne mit großem Kompliment!

  9. liebe Susanne,

    danke, dass du über deine Gefühle schreibst und Emotionen zulässt
    und danke, dass du uns an deinem neuen Lebensabschnitt teil haben lässt,
    mich berühren deine Schilderungen sehr, gehn‘ mir voll unter die Haut
    und danke, dass du mir zu meiner positiven Entscheidung auf dem Weg zur Frau entschieden geholfen hast.
    meinen Glückwunsch zu deiner Mama und zu Judith, halt sie gut fest, ihr seid ein tolles Team

    ich will dir abschließend noch ein kleines Gedicht von Annegret Kronenberg mit auf den Weg geben :

    Gutes Gefühl
    Es gibt Menschen, die mich verstehen.
    Menschen, die meine Worte verstehen.
    Menschen, die mich lieben, weil ich sie verstehe.

    ganz liebe Grüße,
    Axèlle

  10. ach susi,

    das freut mich sehr, diese zeilen zu lesen, wie sich deine mutter hält, das ist schön, sehr sehr schön, ich freue mich für dich!

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