Zum letzten Mal

Heute morgen fiel mir auf, dass ich schon mitten drin bin. Es sind ja nicht mal mehr 3 Wochen bis zur OP und ich rief meinen Terminkalender auf um nachzusehen, wann ich was noch machen kann und will. Und plötzlich wurde mir klar, dass ich in den kommenden Tagen vieles zum letztenmal vor der OP machen werde – ich bin schon mitten drin.

Ok, es ist ziemlich irrelevant, ob ich operiert bin oder nicht, wenn ich einkaufen gehe. Auch der Gang zum Friseur oder ins Nagelstudio (was ich beides nochmal vorher machen werde – ich will ja schliesslich hübsch sein) sind jetzt eher unspektakulär – mal abgesehen davon, dass es bestimmt ein anderes Gefühl sein wird, wenn ich demnächst durch die Strassen laufe und weiss, dass da zwischen meinen Beinen nix mehr ist, was da nicht hingehört. Aber das sieht ja niemand.

Anders ist es da schon mit dem geplanten Saunabesuch.

Juidth und ich gehen wahnsinnig gern in die Sauna. Einen ganzen Tag ausspannen, schwitzen, rumdösen und es sich gutgehen lassen. Das ist sooo schön! Und am 23.12. letzten Jahres waren wir im „Mediterrana“. Genau genommen war das der Tag, an dem uns klar wurde, dass wir mehr als gute Freundinnen sind. Aber das ist eine andere Geschichte …
Eigentlich wollten wir daraus ne Tradition machen (was in Köln zum zweiten Mal passiert, ist Tradition) und jetzt immer einen Tag vor Weihnachten in die Sauna gehen, aber das wird ja nun dieses Jahr nix. Kaum Tradition, schon müssen Ausnahmen gemacht werden. *grummel* Aber in dem Fall machen wir die Ausnahme gern. Haben wir halt den Jahrestag einen Monat vorverlegt und gehen jetzt am Montag. Zum letzten mal mit Schwanz – das wurde mir heute morgen klar. Schon krass, oder?

Generell hab‘ ich ja nix dagegen, wenn mich die Leute ansehen. Eher im Gegenteil. Ich mag das Gefühl, wenn ich z.B. auf der Bühne stehe und weiss, dass mich jetzt in diesem Moment alle ansehen und etwas von mir erwarten. Oder vor der Kamera. Das ist fast dasselbe, weil ich ja weiss, dass das fertige Bild viele Menschen sehen werden. Ich mag das.

Aber in der Sauna ist das was anderes. Angezogen sieht man nicht auf den ersten Blick, dass ich nicht als Frau geboren wurde – wenn ich nackt bin, schon. Und früher war das kein Problem, aber inzwischen hat sich mein Körper durch die Hormone so sehr verändert, dass mein Schwanz eben wie ein Fremdkörper wirkt – auch für andere. Und die glotzen eben. Titten UND Schwanz – was is’n das für eine? Das ist nicht schön. Ich will kein „Freak“ sein. Wenn sie wenigstens offen Interesse zeigen würden – oder Neugier. Ich mag neugierige Menschen. Aber diese verstohlenen Blicke, dieses Getuschel – das ist Scheisse.

Doch damit ist es ja bald vorbei. Habt ihr eine Vorstellung davon, wie sehr ich mich auf das erste mal Sauna „ohne“ freue?

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5 Antworten zu “Zum letzten Mal

  1. Liebe Susanne
    es stimmt, vieles wirst du bis zum Tag der OP zum letzten Mal bis dahin machen.
    Geniesse es, nehme es alles in dir auf und blicke immer lächelnd darauf zurück.
    Ab dem Tag der OP wirst du alles zum ersten Mal machen. Auch dabei, geniesse es
    mit allen Sinne die dir zur Verfügung stehen und Lächel, genau so, wie du es immer
    machst.
    Ich denke sehr an dich und dein liebreizendes Ferkel.
    Fühl dich ganz herzlich von mir umarmt und abgebusselt
    Birgit

  2. Ich meine bei mir ist es ja anders, ich hatte keine Geschlechtsumwandlung, nur ne dicke Narbe an der linken Brust…und da das erste Mal nackt baden unter was weis ich wie vielen Fremden war schon eine Mutprobe .
    Man ist eben anders als die anderen und das zeigten ihr Blicke.
    Aber danach war es ein tolles Gefühl, daher kann ich dich auf irgend eine Weise ein bißchen verstehen 🙂
    Ich freu mich für dich!

  3. Hallo Susanne,
    wow, dann ist es jetzt bald soweit. Toll! Ich wünsch Dir ganz viel Glück und auch Kraft, diesen entscheidenden Schritt auch noch durchzustehen. Bin grad über die SZ hier hergekommen und hab nur etwas quer gelesen. Beeindruckende Seite, aber sowas war von Dir ja zu erwarten …

    Also, alles Liebe und Gute, bis bald … in Köln beim Amphi

    Axel

  4. Pingback: Noch 2 Wochen… | Susi und Ferkel·

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